Sybille SauerSeit 25 Jahren beschäftige ich mich mit Puppen. Was mich daran so fasziniert kann ich nicht genau sagen! Auch hatte ich als Kind genug Puppen zum Spielen und einen Kinderersatz brauche ich auch nicht (wie manche Zeitgenossen vermuten). Ich mag ganz einfach die Menschen, besonders Kinder. Puppen zu modellieren bedeutet für mich, Wünsche, Sehnsüchte und Gefühle in eine Gestalt umzusetzen, so wie ein Maler ein Bild malt. Das Wort "Puppen" finde ich, drückt nicht das richtige für dieses Gebilde aus. Jeder Sammler, der eine Puppe von mir kauft, sieht etwas in der Puppe, das nur ihn ganz persönlich anspricht. Ich mag es nicht, wenn jemand meine Puppe als Wertanlage kauft, denn dafür sind sie nicht gemacht. Es sind viele Tage und Wochen nötig um eine Puppe zu fertigen, von der man das Gefühl hat, dass sie eine "Seele" besitzt. Puppen in großen Auflagen herzustellen, ist nicht mein Ding. Am liebsten fertige ich Vario-Serien. Es macht einfach mehr Spass, für jede Puppe ein neues Design zu entwerfen. Da ich nicht von meinen Puppen leben muss, kann ich mir viel Zeit für jede Puppe nehmen. Wenn ich mit einer Puppe nicht zufrieden bin, kann es passieren, dass ich diese wieder ganz auseinandernehme. 3 bis 4 Kleider zu nähen oder Arme und Beine wieder abzumontieren, ist bei mir keine Seltenheit.
Meine Puppen sind nach wie vor beliebte Sammlerobjekte, weil (Zitat einer Sammlerin) man nicht an diesen emotionalen Gesichter vorbeigehen kann.
Zahlreiche Auszeichnungen von Gold bis Bronze und einige Nominierungen und Dolls of Excellence habe ich in den vergangenen Jahren erhalten, aber ich finde, dass diese Medaillien nur etwas für das eigene Ego sind. Es ist für mich wichtig, Puppen für Menschen zu machen, die sich an meinen Kreationen freuen.
Es würde mich freuen, wenn es mehr gute Veranstaltungen für Künstler und Sammler gäbe, bei denen man sich austauschen oder neue Sammlerbeziehungen aufbauen könnte.
Seit einigen Jahren entwerfe ich erfolgreich Puppenkollektionen für die Firmen Heart & Soul sowie der Fa. Schildkröt.
Ich wünsche mir für die Zukunft, dass die Puppenszene überleben wird, denn es können nur Menschen Puppen machen, die sich für Mensche
n interessieren und lieben.